„Erstellen Sie Ihre Website in wenigen Minuten – ganz ohne Vorkenntnisse!" Die Werbung von Wix, Jimdo, Squarespace & Co. ist allgegenwärtig. Und als Webdesigner sage ich Ihnen etwas, das Sie vielleicht überrascht: Manchmal stimmt sie sogar. Es gibt Fälle, in denen ein Homepage-Baukasten die vernünftigste Lösung ist.
Aber es gibt auch die andere Seite: Unternehmen, die nach drei Jahren Baukasten-Abo mehr bezahlt haben, als eine professionelle Website gekostet hätte – und trotzdem bei Google kaum zu finden sind. In diesem Beitrag zeige ich ehrlich, wann der Baukasten reicht, wo seine Grenzen liegen und wie die Rechnung über drei Jahre wirklich aussieht.
Wann ein Baukasten völlig ausreicht
Fangen wir mit der unbequemen Wahrheit für meine Branche an: Nicht jeder braucht einen Webdesigner. Ein Baukasten ist eine gute Wahl, wenn mindestens einer dieser Punkte auf Sie zutrifft:
- Das Projekt ist klein oder zeitlich begrenzt: die Seite für den Kegelverein, das Hochzeits-Info-Portal, ein Hobby-Blog. Hier zählt „schnell online" mehr als Technik und Sichtbarkeit.
- Sie testen noch: Die Geschäftsidee ist frisch, das Angebot ändert sich wöchentlich. In dieser Phase ist ein Baukasten ein legitimes Provisorium – investieren können Sie, wenn das Fundament steht.
- Ihre Kunden kommen nicht über Google: Wer ausschließlich über Empfehlungen, Stammkundschaft oder eine Plattform verkauft, braucht die Website nur als digitale Visitenkarte. Das kann ein Baukasten leisten.
Wenn Sie sich hier wiederfinden: Nehmen Sie den Baukasten und geben Sie Ihr Geld nicht für einen Webdesigner aus. Ehrliche Beratung heißt auch, das offen zu sagen.
Die Rechnung über drei Jahre
Baukästen wirken günstig, weil sie monatlich abrechnen. Doch die kostenlosen Tarife sind für Unternehmen unbrauchbar: Fremdwerbung auf der eigenen Seite, keine eigene Domain. Ein brauchbarer Business-Tarif mit Domain, werbefrei und mit den nötigen Funktionen liegt je nach Anbieter bei etwa 20 bis 35 € pro Monat.
Über drei Jahre summiert sich das auf 720 bis 1.260 € – plus die vielen Abende, die Sie selbst am Design sitzen. Eine handcodierte Website kostet bei mir einmalig 699 € (OnePager) oder 1.499 € (mehrseitig mit lokaler SEO), danach fallen nur noch wenige Euro für Hosting und Domain an. Nach zwei bis drei Jahren ist der Baukasten schlicht teurer – bei schlechterem Ergebnis.
Der entscheidende Unterschied: Der Baukasten ist gemietet, die eigene Website gehört Ihnen. Kündigen Sie das Abo, ist die Baukasten-Website weg – mitsamt allem, was Sie über Jahre aufgebaut haben.
Wie sich Website-Preise generell zusammensetzen, habe ich im Beitrag Was kostet eine Website? ausführlich aufgeschlüsselt.
Wo Baukästen an ihre Grenzen stoßen
Ladezeit und Technik
Ein Baukasten muss jede denkbare Website abbilden können – entsprechend viel Universal-Code lädt jede Seite mit, den Ihr Projekt gar nicht braucht. Das Ergebnis sind spürbar längere Ladezeiten, gerade auf dem Smartphone. Warum das Besucher und Rankings kostet, zeigt mein Beitrag zur Website-Ladezeit: Handcodierte Seiten laden in unter einer Sekunde, Baukasten-Seiten oft in drei bis fünf.
SEO: solide Basis, begrenzter Feinschliff
Die Grundlagen – Seitentitel, Beschreibungen, Überschriften – beherrschen moderne Baukästen ordentlich. Eng wird es beim Feinschliff: strukturierte Daten, Core Web Vitals, technische Details, die bei umkämpften lokalen Suchbegriffen den Unterschied machen. Wer bei „Physiotherapie Koblenz" gegen zwanzig Mitbewerber antritt, braucht jedes Prozent Optimierung – genau da ist beim Baukasten die Decke erreicht.
Der Wiedererkennungswert
Baukasten-Templates sind darauf gebaut, für alle zu funktionieren – und genau so sehen sie aus. Wer durch zehn Websites einer Branche klickt, sieht dreimal dasselbe Template mit anderem Logo. Vertrauen entsteht aber durch das Gegenteil: einen Auftritt, der erkennbar zu Ihrem Betrieb gehört und nicht nach Massenware aussieht.
Der Lock-in-Effekt
Der vielleicht wichtigste Punkt, der im Kleingedruckten steht: Es gibt keinen Export. Ihre Baukasten-Website lässt sich nicht mitnehmen – wächst Ihr Anspruch, beginnt der Umzug bei null. Jedes Jahr im Baukasten erhöht damit die Wechselkosten, während eine eigene Website mit Ihnen wachsen kann.
Und WordPress? Der Mittelweg mit eigenen Haken
Zwischen Baukasten und Handarbeit liegt WordPress: flexibler als jeder Baukasten, aber mit eigenem Pflegeaufwand – regelmäßige Updates, Plugin-Konflikte, Sicherheitslücken. Für redaktionsgetriebene Projekte mit täglich neuen Inhalten kann das der richtige Weg sein. Für die typische Unternehmens-Website mit stabilen Inhalten habe ich den direkten Vergleich im Beitrag Custom Website vs. WordPress gezogen.
Die ehrliche Entscheidungshilfe
Am Ende läuft es auf eine einzige Frage hinaus: Soll Ihre Website Kunden bringen? Wenn sie nur eine digitale Visitenkarte für Menschen ist, die Sie ohnehin schon kennen, reicht der Baukasten. Soll sie aber bei Google gefunden werden, Vertrauen aufbauen und Anfragen erzeugen, arbeitet sie als Vertriebswerkzeug – und ein Werkzeug, das Geld verdienen soll, sollte professionell gebaut sein.
Was das konkret kostet, sehen Sie transparent auf meiner Preisseite: Festpreise, keine Abos, und die fertige Website gehört Ihnen – mit Code, Inhalten und allem, was dazugehört.
Häufige Fragen zu Homepage-Baukästen
Kann ich meine Wix- oder Jimdo-Website später mitnehmen?
Praktisch nicht. Baukästen bieten keinen Export der fertigen Website an – Texte und Bilder können Sie manuell herauskopieren, aber Design, Struktur und Technik müssen beim Umzug komplett neu aufgebaut werden. Nur eine eigene Domain lässt sich mitnehmen, sofern sie auf Ihren Namen registriert ist.
Ist eine Baukasten-Website schlecht für Google?
Nicht automatisch. Die SEO-Grundlagen wie Titel, Beschreibungen und saubere Überschriften sind in modernen Baukästen möglich. Grenzen gibt es bei Ladezeit, technischem Feinschliff und strukturierten Daten. Bei wenig lokaler Konkurrenz kann das reichen – bei umkämpften Suchbegriffen wie „Zahnarzt Koblenz" ist es ein spürbarer Nachteil.
Was kostet ein Homepage-Baukasten wirklich?
Brauchbare Business-Tarife mit eigener Domain und ohne Fremdwerbung liegen je nach Anbieter bei etwa 20 bis 35 Euro pro Monat – über drei Jahre also 720 bis 1.260 Euro. Dazu kommt Ihre eigene Arbeitszeit für Aufbau und Pflege. Und am Ende des Abos gehört Ihnen die Website nicht: Kündigen Sie, ist sie weg.
Wann lohnt sich der Umstieg vom Baukasten auf eine eigene Website?
Spätestens dann, wenn die Website aktiv Kunden bringen soll: wenn Sie über Google gefunden werden wollen, Anfragen über die Seite kommen sollen oder das Baukasten-Design an Grenzen stößt. Auch wer die monatlichen Kosten über Jahre hochrechnet, steigt oft um – eine handcodierte Website kostet einmalig und gehört danach Ihnen.
Sie sind unsicher, in welche Kategorie Ihr Vorhaben fällt? Im kostenlosen Erstgespräch bekommen Sie eine ehrliche Einschätzung – auch dann, wenn sie lautet: Für Ihren Fall reicht der Baukasten.